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Nachgefragt: Neue Tram für Strausberg?
Es antwortet der Geschäftsführer der Stadtwerke Strausberg: Dipl.-Ing. Andreas Gagel
Die Strausberger Eisenbahn GmbH hat in den letzten Jahren viele Varianten einer Modernisierung des Fahrzeugparks intensiv geprüft und kam zu dem Ergebnis, voraussichtlich zwei neue Straßenbahnen des Typs „FLEXITY“ anzuschaffen. die dann zwischen den Bahnhöfen Lustgarten und Bahnhof-Vorstadt auf der Linie 89 zum Einsatz kommen.

Die FLEXITY-Straßenbahn hat Strausberg wieder verlassen. Wie ist das Fazit des 2-wöchigen Probebetriebes?
Wir haben mit dem Probebetrieb zwei Ziele verfolgt. Zum einen das Fahrzeug hinsichtlich der technischen Eignung für Strausberg zu testen. Zum anderen diese moderne Straßenbahn unseren Fahrgästen vorzustellen und deren Meinung einzuholen. Beide Ziele wurden mit einem äußerst positiven Ergebnis erreicht.

Das bedeutet konkret?
Die Bahn ist von den technischen Vorrausetzungen her bestens für den Einsatz in Strausberg geeignet. Dies ist keine Selbstverständlichkeit, da sehr viele Parameter bei einer Straßenbahnbeschaffung übereinstimmen müssen. Dazu zählen u.a. die Spurweite, das Radprofil oder die Energieversorgung. Zudem müssen die Abmaße der Bahnen passen, aber auch die Sitz- und Stehplatzkapazität müssen den Strausberger Bedingungen entsprechen. Nicht zuletzt sind die Gewährleistung des Lichtraumprofils, die Nutzung der Haltestellen oder die Entgleisungssicherheit Punkte, die für einen Einsatz in Strausberg unabdingbar sind. Mit nur geringfügigen Einschränkungen gibt es beim Einsatz der FLEXITY-Bahn keine Probleme.

Was sind die Einschränkungen?
Beim Einsatz einer Niederflur-Straßenbahn müssen zum Beispiel die Bahnsteige und das Fahrzeug aufeinander abgestimmt sein, um den barrierefreien Einstieg zu gewährleisten. Hier sind im Falle eines dauerhaften Einsatzes einer Niederflur-Straßenbahn Anpassungen an den Bahnsteigen erforderlich. Zudem erfordern Niederflur-Straßenbahnen, bei denen die Mehrzahl der technischen Bauteile auf dem Fahrzeugdach angeordnet sind, andere Voraussetzungen für die Instandhaltung. Diese Thematik war uns aber bekannt und sie ist auch mit einem vertretbaren Aufwand lösbar.

Haben Sie auch Rückmeldungen von den Fahrgästen erhalten?
Selbstverständlich! Nicht ganz unerwartet sind die Fahrgäste von dieser modernen Straßenbahn begeistert. An erster Stelle wird immer wieder der bequeme Einstieg genannt, aber auch die ruhigere und leisere Fahrweise sowie die angenehme Gestaltung des Fahrgastraumes. Bis hin zu den angenehmen Temperaturen in der FLEXITY-Bahn. Gerade die Heizung des Fahrgastraumes betreffend, können unsere Tatra-Straßenbahnen bauartbedingt da nicht mithalten und den Komfort bieten, den sich die Fahrgäste zu Recht wünschen.

Sind dies auch die Ergebnisse der während des Probebetriebs durchgeführten Umfrage?
Unter anderem. Die Fahrgastbefragung brachte als Ergebnis eine überwiegend positive Beurteilung der FLEXITY-Straßenbahn. 87 % der Fahrgäste sind mit der Bahn zufrieden. Neben den ebenerdigen Einstiegen wird auch die komfortable und fahrgastfreundliche Raumanordnung in der Straßenbahn gelobt. Und natürlich wird immer wieder hervorgehoben, dass die FLEXITY eine sehr moderne Straßenbahn mit vielen damit verbundenen Vorzügen ist.

Gab es auch kritische Anmerkungen?
Selbstverständlich, es war ja auch unser Ziel von den Fahrgästen zu hören, welche Verbesserungen sie sich wünschen. So gab es einige Hinweise, dass das Sitzplatzangebot etwas zu gering ist. Viele Fahrgäste wünschten sich auch mehr Fahrgastinformationen, die bei einem dauerhaften Einsatz des Fahrzeuges dann auch angeboten werden.

Wann wird dieser dauerhafte Einsatz sein?
Wir planen die Beschaffung von zwei neuen Niederflur-Straßenbahnen für 2014. Das hört sich zunächst noch weit weg an, eine Beschaffung von Straßenbahnen bedarf allerdings einer größeren Vorlaufzeit. Zum einen muss eine Investitionsentscheidung dieser Größenordnung aus betrieblicher Sicht sorgfältig vorbereitet werden. Dazu gehört selbstverständlich auch die Sicherstellung der Finanzierung. Aber auch die Fahrzeughersteller benötigen diese Vorlaufzeit. Wenn wir, wie im Falle der FLEXITY geplant, die Vorteile der Lieferung von FLEXITY-Straßenbahnen an die Berliner Verkehrsbetriebe BVG nutzen wollen, sind zusätzliche zeitliche Zwänge zu beachten.

Ist der Kaufvertrag schon unterschrieben?
Nein, soweit sind wir noch lange nicht. Der erfolgreiche FLEXITY-Probebetrieb bestärkt uns aber die Fahrzeugmodernisierung voranzutreiben. Bei der Investitionsentscheidung spielen übrigens auch betriebswirtschaftliche Überlegungen eine Rolle, unter anderem werden die Fahrzeuge einen geringeren Instandhaltungsaufwand erfordern. Zudem ist es uns wichtig, auch Partner in der Hinterhand zu wissen, die notfalls unterstützen können. Aus diesem Gesichtspunkt heraus wäre ein Erwerb von FLEXITY-Bahnen und eine mögliche Zusammenarbeit mit der BVG ein großer Vorteil. Ungeachtet dessen werden wir jedoch auch noch mit anderen Fahrzeugherstellern reden. Unser Ziel ist es aber auf jeden Fall im 1. Halbjahr 2011 konkrete Angebote für die Beschaffung zu erhalten, um dann zügig die notwendigen Entscheidungen treffen zu können.

Herr Gagel, wir danken für das Gespräch und wünschen allzeit eine gute Fahrt.

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